ORDEN INTERNATIONAL

SACRE COEUR GRAZ

Erste Gemeinschaft & ihre Arbeit

Doch all das lag noch in der Zukunft, als Sophie Barat sich mit ihren beiden Freundinnen, Mademoiselle Loquet und Mademoiselle Bailly, und Margrete Millard, einem jungen Dienstmädchen, dem Herzen Jesu weihte und ihr Noviziat unter der Leitung von Pater Varin begann.

  Dies geschah am 21. November 1800, also ein Jahr, nachdem Napoleon Erster Konsul geworden war, und ein Jahr, bevor Papst Pius VII. sich genötigt sah, ein Konkordat mit ihm abzuschließen, das dem Staat weitgehende Rechte auf kirchlichem Gebiet einräumte.

Die Väter vom Herzen Jesu hatten ihren Namen aus politischen Gründen ändern müssen und nannten sich nun Väter vom Glauben. Aus den gleichen Gründen schien es klug, dass die entstehende Ordensgesellschaft den Namen Schwestern von der christlichen Erziehung annahm. Als erste apostolische Tätigkeit übernahm sie ein schlechtgehendes Internat in Amiens mit zwanzig Schülern. In der kommenden Zeit schlossen sich mehrere Schwestern der Gemein-schaft an. Mademoiselle Loquet wurde zur Oberin ernannt, Sophie begann ihren Dienst als Lehrerin, und die dritte der Gefährtinnen - Mademoiselle Bailly - folgte ihrer eigentlichen Berufung und trat in den Karmel ein.

Die nächsten zwei Jahre waren von Armut und harter Arbeit geprägt, aber auch von der Freude, die ein Neubeginn ausstrahlt. Wenn die Tagesarbeit getan war und die Kinder im Bett lagen, versammelten die Schwestern sich in der Küche um den warmen Herd und nähten oder stickten, um zum Unterhalt des Hauses beizutragen. Manchmal holte eine der Schwestern, Geneviève Deshayes, ihre Harfe hervor und unterhielt sie mit Musik und Liedern.