ORDEN INTERNATIONAL

SACRE COEUR GRAZ

Wurzeln & Wachsen

 

Da es zu jener Zeit keine staatlichen Schulen gab und die armen Kinder sich den Besuch einer Privatschule nicht leisten konnten, waren die Freischulen ganz besonders wichtig.

 Mutter Barat bestand darauf, dass sie Teil einer jeden Niederlassung waren und von dieser auch finanziell getragen wurden. Selbst wenn das Internat noch nicht fertig war, sollte die Armenschule eröffnet werden, und selbst wenn das Internat geschlossen werden musste, sollte die Armenschule weitergeführt werden. Die Ordensfrau, die an einer solchen Schule arbeitete, wurde durch die Konstitutionen daran erinnert, dass »sie von dem hohen Wert des Amtes, mit dem sie betraut worden ist, zutiefst überzeugt sein muss, weil sie einen besonders geliebten Teil der Herde Jesu Christi betreut und unterrichtet, da es Jesus gefallen hat, arm geboren zu werden, zu leben und zu sterben«.

Einmal bat die bisherige Generalpräfektin eines Klosters darum, die Leitung einer Freischule übernehmen zu dürfen. Mutter Barat gab ihr die Erlaubnis gerne und fügte hinzu: »Ich bin sicher, dass der Herr Ihnen genug Gesundheit geben wird, um diese wichtige Aufgabe zu erfüllen, und werde besonders für Sie beten. Ich wünsche mir so sehr, dass gerade dieser Arbeitsbereich blüht und gedeiht.« Einmal bat eine römische Mutter die Schwestern, eine Gewerbeschule zu eröffnen, damit ihre zwei Söhne eine Ausbildung erhalten konnten, ohne in der Lehre ausgebeutet und grausam behandelt zu werden. Mutter Barat schrieb an die dortige Novizenmeisterin und fragte, ob man die Novizinnen nicht mit dem Unternehmen betrauen könnte. Vielleicht könnte man sie dazu ermutigen, den Kindern jede Woche eine kleine Geldsumme auszuzahlen, wenn sie tüchtig und gutwillig gewesen waren; gerade diese Kinder hatten ein bißchen Geld so nötig.

In einem ihrer Briefe schrieb Mutter Barat: »Zur Zeit sammle ich gerade für eine Schule. Es ist kein Geld vorhanden, weder für das Gebäude noch für die Kinder, noch für den Religionsunterricht. Ist das nicht eine Herausforderung für uns? Ich denke dabei an die Jungenschulen in Marmoutier; wie waren sie vor drei Jahren, und wie sind sie jetzt! Mir scheint, wenn wir wirklich versuchen, Kinder aus allen Gesellschaftsschichten zu erziehen und wenn die göttliche Vorsehung uns einen Teil dieser Arbeit anvertraut, ist das das Beste, was uns geschehen kann.« Die Jungen von Marmoutier, um die sich keiner kümmerte, hatte sie beim Obststehlen im Klostergarten erwischt und sich mit ihnen angefreundet. Sie hatte eine Schule für sie eröffnet und denjenigen, die Priester werden wollten, sogar die Möglichkeit gegeben, Latein zu lernen.